Tinnitusdiagnostik
Als Tinnitus werden Ohrgeräusche unterschiedlicher Ursache bezeichnet. Man unterscheidet das erst seit kurzem bestehenden Ohrgeräusch (akuter Tinnitus) von dem seit längerem bestehenden Ohrgeräusch (chronischer Tinnitus, über 3 Monate anhaltend). Für die genaue Beurteilung der meist nicht von außen wahrnehmbaren Ohrgeräusche ist zunächst eine eingehende Beschreibung notwendig:

Anamnese
Dauer: seit wann besteht der Tinnitus, ist er plötzlich oder schleichend aufgetreten, anhaltend oder unterbrochen, im Tagesverlauf wechselnd (z.B. abends bei Stille verstärkt)
Ort: einseitig oder beidseitig im Ohr, eher mitten im Kopf
Art: Pfeiffen, Piepen, Rauschen, Brummen, pulsierend wie der Herzschlag
Beeinträchtigungen im Alltag: kaum störend, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen
Begleitumstände: innere Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankung)
Nervenerkrankung
Verspannung der Hals-Wirbelsäule
Medikamente
besondere plötzliche oder anhaltende Belastungen (Streß)
Hörtest
Zur Abklärung der Ursachen des Ohrgeräusches sind je nach Anamnese mehrere Hörtest nötig. Oft findet sich dann eine akute oder länger bestehende Hörminderung. In weiteren Untersuchungen kann eine Erkrankung am Hörnerven oder auch am Gleichgewichtsnerven ausgeschlossen werden.

Diese Untersuchungen sind im Abschnitt Hördiagnostik erläutert.

Weitere Untersuchungen
Bei länger anhaltendem Tinnitus ist eine genauere Abklärung der og. Begleitumstände sinnvoll. So kann sich unseren Untersuchungen eine Vorstellung beim Internisten, Neurologen oder auch Orthopäden anschließen. Wenn der Tinnitus sich durch Medikamente nicht günstig beeinflussen lässt und längeranhaltend als störend empfunden, gibt es die Möglichkeit, im Rahmen einer psychosomatischen Beratung die Lebenssituation, die unter Umständen das Leiden an dem Ohrgeräusch begünstigt, zu untersuchen und zu besprechen. Die spezialisierten Fachärzte für psychosomatische Medizin können dann weitere Hinweise zur Bewältigung der Ohrgeräusche geben. An diese Beratung kann sich eine ambulante oder stationäre Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) anschließen.