Gleichgewichtsprüfungen / Schwindeldiagnostik
Schwindel kann eine Vielzahl von Ursachen haben. Deshalb ist die möglichst genaue Beobachtung und Beschreibung der Schwindelbeschwerden für eine gezielte Untersuchung und Behandlung sehr wichtig:

Anamnese
Art des Schwindels: Drehschwindel, Schwanken, Fallneigung zu einer Seite, unbestimmte Taumeligkeit/Benommenheit, Lift-/Fallgefühl gleichzeitig Hörstörungen oder Ohrgeräusche, Übelkeit, Erbrechen Kribbelgefühl in den Händen, Angst, Atemnot
Zeitdauer: kurzzeitig (ca. 10-20 Sekunden), anfallsartig länger anhaltend (Stunden), Dauerschwindel
auslösende Umstände: im Liegen/beim Drehen im Bett, bei bestimmten Kopfbewegungen, bei besonderen Belastungen ( Bücken, Anstrengung, Schwimmen, Überkopfarbeit), Dunkelheit
Begleitumstände: Innere Erkrankungen (Schilddrüse, Bluthochdruck, Herzschwäche, Gefäßverschluss, Nierenerkrankung, Blutzucker, Luftnot), Nervenerkrankungen, Schlaganfall, Hirnverletzungen, Operationen,

Wirbelsäulenerkrankungen
Ohrerkrankungen /-operationen
Augenerkrankung
Stress, Erschöpfung, Depression

Notieren Sie sich ruhig einige Stichworte und berichten Sie uns auch über vorangegangene Untersuchungen und Behandlungen beim Hausarzt, Internisten, Neurologen, Orthopäden. Ist evt. eine Kernspintomografie des Kopfes erfolgt? Was machen Sie, wenn der Schwindel kommt? Haben Sie Medikamenten wegen des Schwindels eingenommen?

Lage-/ Lagerungsprüfung
Hier wird untersucht, ob der Schwindel durch eine bestimmte Körperstellung ausgelöst werden kann. Bei der Lageprüfung werden die Augen mit einer Spezialbrille zunächst im Sitzen, dann in Rücken- und Seitenlage auf ruckartige Augenbewegungen (Nystagmen) hin betrachtet. Da die Gleichgewichtsorgane über komplizierte Nervenverschaltungen auch mit den Augen verbunden sind, sind Störungen bei Schwindel auch am Augenzucken zu erkennen. In der Lagerungsprüfung kann erkannt werden, ob der Schwindel durch Bewegung ausgelöst wird. Hier wird der Kopf im Liegen etwas überstreckt, dann erfolgt die Drehung zur Seite und das Aufsetzen. Mögliche Schwindelursachen sind der gutartige Lagerungsschwindel (empfindliches Gleichgewichtsorgan), durchblutungsbedingter Schwindel (z.B. durch Abklemmen der Halsblutgefäße), Schwindel durch starke Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule.

Elektronystagmografie und kalorische Prüfung
Bei der Elektronystagmografie werden die Augenbewegungen elektronisch aufgezeichnet. So können Augenzuckungen in Ruhe (Spontannystagmus) und nach Reizungen des Gleichgewichtsorgans über die Augenbewegungen gezielt ausgewertet werden. Dazu werden um das Auge herum Elektroden geklebt, der Patient legt sich entspannt hin. Es folgt die seitengetrennte Reizung durch Einblasen von warmer und kalter Luft in den Gehörgang (kalorische Prüfung). Dabei kann ein Schwindelgefühl auftreten. Durch diese Untersuchung lässt sich z. B. die unterschiedlich starke Erregbarkeit des Gleichgewichtsorgans als Schwindelursache feststellen. Ist die Reaktion seitengleich und im normalen Bereich, kann eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans meist ausgeschlossen werden. Nach Ohroperationen und bei Feuchtigkeit im Gehörgang kann es zu verfälschten Ergebnissen kommen.