Allergiediagnostik
Eine Allergie lässt sich nicht hinreichend mit einem einzigen Laborwert feststellen. Deshalb müssen zur Beurteilung einer möglichen Allergie meist mehrere Befunde und Beobachtungen zusammengetragen werden. Am Ende gilt es auch, eine Allergie von allergieähnlichen Reaktionen abzugrenzen, die zum Teil einer anderen Behandlung bedürfen.

Die unten beschriebenen Allergietests, bei denen der Körper in Kontakt mit Allergielösungen kommt, sollten nicht bei bestehender Schwangerschaft, schweren Herzkreislauferkrankungen und schweren Tumorerkrankungen durchgeführt werden. Falls es bei einem früher durchgeführtem Test zu Problemen gekommen ist, weisen Sie uns bitte auch darauf hin.

Anamnese Pricktest
Intrakutantest Epikutantest
Nasale Provokation und Rhinomanometrie RAST-Test
Anamnese
Einen großen Stellenwert haben Ihre Beobachtungen (Anamnese) zum Beschwerdeverlauf. Hierbei sind z.B. wichtig der tageszeitliche und jahreszeitliche Verlauf, Wetterlage, Veränderung bei Umgebungswechsel (Arbeitsplatz, Urlaub), Tierkontakt. Uns interessiert auch, seit wann Ihre Beschwerden bestehen, wie stark sie ausgeprägt sind, sowie Ihre bisherigen Erfahrung mit Medikamenten (bringen Sie alte Packungen ruhig mit), Spritzenbehandlungen, Akupunktur etc.. Bitte weisen Sie uns auf Beschwerden in Bereich der Augen (Bindehautreizung), der Haut (Juckreiz, trockene Stellen - Ekzem, Neurodermitis, Urtikaria) und der Bronchien (Luftnot, Auswurf, Reizhusten- Asthma, häufige Bronchitis) hin. Wichtig sind auch alle anderen Medikamente, die Sie zur Zeit einnehmen.

Pricktest
Beim Pricktest werden auf dem Unterarm die Lösungen von etwa 20 häufigen allergieverursachenden Substanzen (Gräserpollen, Baumpollen, Kräuterpollen, Tierschuppen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze) aufgetragen und durch einen oberflächlichen Stich mit einer Lanzette mit der Haut in Verbindung gebracht. Nach etwa 20 Minuten wird der Test beurteilt: eine deutliche Reaktion zeigt sich durch Rötung, Quaddelbildung, Juckreiz. Diese Reaktion bildet sich im Verlauf von einer Stunde zurück. Extrem selten stellen sich auch Allgemeinbeschwerden wie Luftnot ein. Sollten Sie besonders empfindlich sein, weisen Sie uns bitte vorab darauf hin. Bei Verdacht können auch seltenere Substanzen getestet werden. 

Bei Kindern ist der Pricktest ab dem vierten Lebensjahr möglich, weitere Tests (z.B. RAST-Bluttest) sind oft zusätzlich sinnvoll. Durch den Pricktest lässt sich nur eine Allergie auf die getesteten Substanzen nachweisen/ausschließen. Da es sich dabei jedoch um die in unsrer Region häufigsten inhalativen Allergene handelt, ist eine allergische Erkrankung bei negativem Test eher unwahrscheinlich. Die Einnahme von antiallergischen Medikamenten ( z.B. Cortison, Antihistaminika) kann das Ergebnis des Tests verfälschen. Bitte sprechen Sie uns zur richtigen Planung der Testung darauf an. Ausschließlich abschwellende Nasensprays sind für den Pricktest unbedenklich.

Intrakutantest
Der Intrakutantest ist selten, z. B. besonders bei träger Hautreaktion nötig. Die obengenannten Lösungen werden verdünnt in die oberste Hautschicht gespritzt. Bei einer allergischen Reaktion entstehen ebenfalls Rötung, Quaddelbildung und Juckreiz.

Epikutantest
Der Epikutantest dient der Feststellung von allergischen Hautreaktionen. Substanzen wie Konservierungsmittel, Salbenbestandteile, Duftstoffe, Metalle, Prothesenmaterialien werden mit Pflastern für 48 Stunden auf die Haut aufgebracht. Die Testreaktion (Rötung, Hautverdickung) wird nach 48 und 72 Stunden abgelesen. Größere Testreihen werden üblicherweise durch Hautärzte veranlasst. Wir führen den Epikutantest in Einzelfällen durch.

Nasale Provokation und Rhinomanometrie
Bei der nasalen Provokation wird eine neutrale Kontrolllösung und eine Testlösung in die Nase eingesprüht. Zur Beurteilung wird vorher und nachher der Nasendurchfluß gemessen (Rhinomanometrie). Bei einer deutlichen Reaktion kommt es zu Niesreiz, Nasenlaufen und zum Zuschwellen der Nase, was auch mit der Rhinomanometrie aufgezeichnet wird. Gibt es aus dem Pricktest Hinweise auf eine Allergie, kann mit diesem Test überprüft werden, ob einzelne Substanzen wirklich einen allergischen Schnupfen auslösen. So kann z.B. eine Spritzentherapie (Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie) gezielt für die beschwerdeverursachende Substanz geplant werden, da Reaktionen im Pricktest nicht immer mit allergischen Beschwerden einhergehen müssen. Auch hier kann die Einnahme/Anwendung von antiallergischen Medikamenten das Testergebnis verfälschen. Cortisonhaltige Nasensprays sollten hier 2 Wochen vorher nicht genommen werden.

RAST-Test
Durch eine Blutabnahme können im Labor bei Allergikern erhöhte Werte von besonderen Antikörpern (IgE) gefunden werden. Hier kann in besonderen Fällen der Wert für alle Antikörper zusammen (Gesamt-IgE) als auch für einzelne allergieauslösende Substanzen (auch Nahrungsmittel) bestimmt werden. Dieser Test kann bei Kindern Hinweise auf eine Allergie geben und auch bei Erwachsenen bei unklarem Befund im Pricktest eine Allergie bestätigen oder ausschließen.